Krankeiten

Demenz

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Definition

Der Begriff Demenz bezeichnet ganz allgemein die Schwäche der geistigen Leistungen – das Denkvermögen, das Sprachvermögen, die Merkfähigkeit und zu gewissen Teilen auch die motorischen Fähigkeiten. Der Begriff Demenz ist allerdings nur dann richtig, wenn bereits erworbene Fähigkeiten durch die Erkrankung verlorengehen – es gibt also keine angeborene Demenz. Volkstümlich wird Demenz sehr oft mit den sehr abwertenden Begriffen „Verblödung“ und „Verkalkung“ gleichgesetzt.
Demenz ist kein ausschliesslich geriatrisches Problem, also ein Problem des hohen Lebensalters, auch jüngere Menschen können schon an Demenz erkranken, allerdings steigt die Zahl der Demenzkranken deutlich mit höherem Lebensalter. Depressionen gelten gemeinhin als hoher Risikofaktor, an Demenz zu erkranken. Parkinson und Alzheimer-Erkrankung sind Sonderformen der Demenz, wo die hirnorganischen Schäden ebenfalls deutlich nachweisbar sind, und, wie im Falle von Mb Parkinson, schon von Beginn an Auswirkungen auf die Motorik haben. Mb Pick ist in der Allgemeinheit weniger gut bekannt, aber auch in den letzten Jahren stark im Zunehmen begriffen.

Ursachen

Die Alzheimer-Krankheit ist bei weitem die häufigste Ursache, sie macht über 80% der Demenzen aus. Im Gehirn bilden sich dabei Ablagerungen, sog. Plaques, die die regelrechte Kommunikation der Nervenzellen des Gehirns untereinander verhindern und somit die Funktionen des Gehirns beeinträchtigen können. Mittlerweile ist eine erbliche Veranlagung für Alzheimer und ähnliche Demenzerkrankungen praktisch sicher nachgewiesen. Fast in allen anderen Fällen ist ebenfalls eine organische, sichtbare Veränderung der Gehirnstruktur als Ursache der Demenz erkennbar – Schäden in der Gefäßstruktur („Verkalkung“) und damit verbundene Mangelversorgung und Funktionseinschränkungen bestimmter Gehirnteile gehören auch mit zu den häufigsten Ursachen für Demenzerkrankungen. Selten können auch Infektionskrankheiten wie Syphilis oder die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (Rinderwahn) Auslöser für Demenz sein, ebenso wie bestimmte Stoffwechselstörungen oder Erbkrankheiten (Chorea Huntington, „Veitstanz“).

Symptome

Gerade im Anfangsstadium einer Demenz treten häufig Symptome auf, die denen einer Depression sehr ähnlich sind: Überforderung, Reizbarkeit, depressive Verstimmungen, Mangel an Initiative. Das herausragende Symptom der Demenz jedoch ist der Gedächtnisverlust, der mit zunehmendem Fortschritt der Krankheit immer gravierender wird. In weiterer Folge kommt es dann zu Sprach-, Orientierungs- und Denkstörungen und zum Verlust jeglicher Initiative und jeglichen Antriebs, am Ende steht dann das Delirium, wo auch die vertrautesten Dinge nicht mehr erkannt werden.
Wahnvorstellungen sind in den fortgeschrittenen Stadien möglich, und führen nicht selten auch zu aggressiven Reaktionen gegenüber Angehörigen und Freunden.

Diagnose

Die Absicherung der Diagnose erfolgt heute hauptsächlich durch eine PET-Untersuchung (Positronen-Emissions-Tomografie), damit lassen sich im Gehirn eingeschränkt funktionierende Bereiche schon sehr früh nachweisen. In manchen Fällen kommt auch die Szintigrafie zum Einsatz, besonders um einen Mb Parkinson-Befund abzuklären. CT, NMR (Kernspintomografie) und EEG spielen ebenfalls eine Rolle bei der Diagnosefindung. Psychologische Testverfahren kommen ergänzend zum Einsatz, und werden auch verwendet, um das Fortschreiten der Erkrankung besser abschätzen zu können.

Prognose und Krankheitsverlauf

Da Demenzerkrankungen in praktisch allen Fällen mit irreversiblen (nicht mehr rückgängig zu machenden) organischen Schädigungen des Gehirns verbunden sind, ist eine Heilung nicht möglich. Allerdings kann das Fortschreiten der Erkrankung durch geeignete Therapien verlangsamt werden, und auch die Symptome im Verlauf der Erkrankung etwas gemildert werden.

Therapie

Antidementiva (Medikamente gegen Demenz) sind erst seit einigen Jahren am Markt, mit wechselhaftem Erfolg – in den günstigsten Fällen kann der Verlauf bei medikamentöser Therapie um etwa 1-2 Jahre aufgehalten werden. Ist die Ursache in Gefäßschädigungen, hauptsächlich durch Arteriosklerose verursacht, zu suchen, wird hauptsächlich auf eine antiarteriosklerotische Therapie zurückgegriffen. Eine sehr grosse Rolle spielen allerdings auch begleitende Maßnahmen, die helfen sollen, die kognitiven Fähigkeiten zu erhalten, wie beispielsweise Gedächtnistrainings. Auch hier ist natürlich keine Heilung zu erwarten, aber eine Besserung der Alltagsfähigkeiten ist in den meisten Fällen deutlich zu erreichen.

Vorbeugung

Neben der Früherkennung spielen auch das rechtzeitige Einsetzen therapeutischer Maßnahmen eine große Rolle. Vaskulärer Demenz (durch Arteriosklerose) kann man in jedem Fall durch geeignete Lebensführung (ausreichend Bewegung, Sport, gesunde Ernährung) vorbeugend begegnen, umstritten ist, wie weit eine aktive, geistig rege und positive Lebensführung Einfluß auf den Ausbruch einer Demenzerkrankung haben.

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