Wer sich zum ersten Mal mit CBD beschäftigt, steht vor einer großen Auswahl an Produkten und Anwendungsformen. Dieser Artikel gibt einen Überblick über gängige CBD-Produkte und ihre Eigenschaften. Wichtig vorab: Für frei verkäufliche CBD-Produkte ist eine gesundheitliche Wirkung für die meisten Anwendungen nicht belegt, und CBD-haltige Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel sind in der EU bislang nicht zugelassen.
Vollspektrum-CBD-Öl: Reichhaltige Cannabinoid-Profil
Vollspektrum-CBD-Öl wird aus der gesamten Hanfpflanze gewonnen und enthält neben CBD weitere Cannabinoide wie CBG oder CBN, Terpene sowie geringe Mengen THC. Hersteller werben häufig mit einem sogenannten Entourage-Effekt, bei dem sich die Inhaltsstoffe gegenseitig verstärken sollen. Dieser Effekt ist wissenschaftlich nicht belegt. Wegen des THC-Anteils sind Vollspektrum-Produkte zum Beispiel für Personen, die Dopingkontrollen unterliegen oder Auto fahren, nicht unproblematisch.
Breitspektrum-CBD-Öl: Ohne THC, voller Wirkstoffmix
Breitspektrum-CBD-Öl enthält verschiedene Cannabinoide und Terpene, aber kein oder kaum THC. Auch hier wird mit dem Entourage-Effekt geworben, der wissenschaftlich nicht nachgewiesen ist.
CBD-Gummibärchen: Einfache Dosierung, angenehmer Geschmack
CBD-Gummis enthalten eine festgelegte Menge CBD pro Stück und haben keinen Hanfgeschmack. Da sie wie Süßigkeiten aussehen, sollten sie unbedingt für Kinder unerreichbar aufbewahrt werden. Als Lebensmittel unterliegen sie dem Novel-Food-Recht, nach dem CBD-Lebensmittel bislang nicht zugelassen sind.
CBD-Kapseln: Praktisch, leicht zu dosieren
CBD-Kapseln enthalten eine genau bemessene Menge CBD und sind geschmacksneutral. Sie lassen sich einfach einnehmen und transportieren. Auch hier gilt: Eine gesundheitliche Wirkung ist für die meisten Anwendungen nicht belegt.
CBD-Cremes: Ideal für lokale Anwendung
CBD-Cremes werden auf die Haut aufgetragen und häufig bei Muskel- oder Gelenkbeschwerden oder Hautirritationen beworben. Belastbare Belege für eine schmerzlindernde oder entzündungshemmende Wirkung beim Menschen liegen bislang nicht vor.
CBD-Cremes können an verschiedenen Körperstellen aufgetragen werden. Viele enthalten zusätzliche pflegende Inhaltsstoffe wie Aloe Vera oder Vitamin E. Neue Produkte sollten zunächst an einer kleinen Hautstelle getestet werden, um Unverträglichkeiten zu erkennen.
CBD-Vape-Produkte
Beim Verdampfen gelangt CBD über die Lunge ins Blut. Für Anfänger sind Vape-Produkte nicht zu empfehlen: Das Inhalieren von Dampf kann die Atemwege belasten, und die aufgenommene Menge ist schwer zu kontrollieren. Zudem sind die gesundheitlichen Langzeitfolgen des Verdampfens nicht ausreichend untersucht.
CBD-Tinkturen: Präzise Dosierung, sublinguale Aufnahme
CBD-Tinkturen werden mit einer Pipette dosiert und unter die Zunge getropft, wo sie einige Zeit gehalten werden. So lässt sich die Menge vergleichsweise genau abmessen.
Tinkturen sind in verschiedenen Konzentrationen erhältlich. Achten Sie auf die Angabe der CBD-Menge pro Tropfen, um die aufgenommene Menge einschätzen zu können.
CBD-Badezusätze
CBD-Badezusätze kombinieren CBD mit Badearomen und pflegenden Inhaltsstoffen. Ob CBD beim Baden in nennenswerter Menge über die Haut aufgenommen wird, ist nicht belegt.
Ein warmes Bad kann zur Entspannung beitragen – unabhängig vom CBD. Ätherische Öle wie Lavendel oder Eukalyptus können bei manchen Menschen Hautreizungen oder Allergien auslösen.
Einordnung: Was nach aktuellem Kenntnisstand gilt
Gut belegt ist die Wirkung von CBD bislang vor allem für ein hochgereinigtes Arzneimittel (Epidyolex), das in der EU zur Behandlung von Krampfanfällen bei bestimmten seltenen Epilepsieformen – Lennox-Gastaut-Syndrom, Dravet-Syndrom und tuberöse Sklerose – zugelassen ist und ärztlich verordnet wird. Für andere Anwendungen, etwa bei Schmerzen, Angst, Schlafproblemen oder Hauterkrankungen, gibt es teilweise Hinweise aus Studien, aber nach aktuellem Stand keine ausreichenden Belege für eine Wirksamkeit frei verkäuflicher CBD-Produkte. Ergebnisse aus Labor- oder Tierversuchen lassen sich nicht ohne Weiteres auf den Menschen übertragen.
CBD kann Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Durchfall oder Appetitveränderungen haben; in Studien mit höheren Dosen wurden auch erhöhte Leberwerte beobachtet. Zudem kann CBD die Wirkung anderer Medikamente beeinflussen. CBD-haltige Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel gelten in der EU als neuartige Lebensmittel (Novel Food), für die bislang keine Zulassung vorliegt. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nennt einen vorläufigen sicheren Wert von etwa 2 mg CBD pro Tag für Erwachsene; für Menschen unter 25 Jahren, Schwangere, Stillende und Personen, die Medikamente einnehmen, konnte die Sicherheit nicht festgestellt werden.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Ob CBD im Einzelfall sinnvoll sein kann, sollte mit einer Ärztin, einem Arzt oder in der Apotheke besprochen werden – insbesondere bei Vorerkrankungen oder wenn Sie Medikamente einnehmen.
