Viele Menschen mit Hautproblemen interessieren sich für pflanzliche Inhaltsstoffe. Dazu gehört auch CBD (Cannabidiol), ein nicht berauschender Wirkstoff aus der Hanfpflanze, der in zahlreichen Kosmetikprodukten enthalten ist. Dieser Artikel ordnet ein, was zur Anwendung von CBD bei Hautproblemen wie Akne, Ekzemen und Schuppenflechte wissenschaftlich bekannt ist – und was nicht.
Was ist CBD und seine Herkunft?
CBD, kurz für Cannabidiol, ist eine Verbindung, die in der Cannabispflanze vorkommt. Es handelt sich dabei um eines von vielen Cannabinoiden, die aus der Hanfpflanze gewonnen werden können. Anders als Tetrahydrocannabinol (THC), das psychoaktive Effekte hervorruft, ist CBD nicht berauschend und verursacht keine Bewusstseinsveränderung.
Hanf wird seit Jahrtausenden in der Volksheilkunde verwendet. Heute wird CBD mit verschiedenen Extraktionsmethoden aus der Hanfpflanze gewonnen. Dass ein Stoff pflanzlichen Ursprungs ist, bedeutet allerdings nicht automatisch, dass er wirksam oder besonders gut verträglich ist.
CBD-Öl und Hautberuhigung: Was bekannt ist
In der Hautpflege wird CBD häufig mit beruhigenden Eigenschaften beworben. Manche Anwender berichten, ihre Haut sei nach der Anwendung weniger gerötet. Solche Erfahrungsberichte sind jedoch kein Wirksamkeitsnachweis.
In Labor- und Tierstudien wurden entzündungshemmende Effekte von CBD beobachtet. Ob CBD-haltige Produkte beim Menschen Entzündungen der Haut messbar verringern, ist bislang nicht ausreichend untersucht. Ein pflegender, feuchtigkeitsspendender Effekt von Cremes und Ölen beruht vor allem auf ihrer Grundlage.
CBD werden außerdem antioxidative Eigenschaften zugeschrieben. Ob dies die Haut im Alltag vor Umwelteinflüssen schützt, ist nicht belegt. Für den Schutz vor UV-Strahlung ist ein geeignetes Sonnenschutzmittel nötig.
Forschungsergebnisse zu CBD bei Akne
Laboruntersuchungen an Zellen der Talgdrüsen weisen darauf hin, dass CBD die Talgproduktion beeinflussen könnte. Akne entsteht unter anderem durch vermehrte Talgproduktion, verhornte Poren, Bakterien und Entzündungen. Ob CBD-Produkte Akne beim Menschen verbessern, ist durch klinische Studien bislang nicht belegt.
Auch entzündungshemmende Effekte wurden bislang vor allem im Labor beobachtet. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass CBD Rötungen reduziert oder neue Pickel verhindert.
Ebenso werden antibakterielle Eigenschaften von CBD im Labor untersucht. Für die Behandlung von Akne stehen gut untersuchte Wirkstoffe zur Verfügung; bei ausgeprägter Akne ist eine dermatologische Behandlung sinnvoll.
Anwendung von CBD bei Ekzemen und Psoriasis
Neurodermitis (atopisches Ekzem) und Schuppenflechte (Psoriasis) sind chronisch-entzündliche Hauterkrankungen. Für CBD gibt es bei diesen Erkrankungen bislang nur wenige, meist kleine Studien. Eine Wirksamkeit ist nicht belegt.
CBD-Cremes können als Teil der Hautpflege verwendet werden. Sie ersetzen aber keine ärztlich verordnete Behandlung. Bei akuten Schüben sollte die Behandlung mit der Hautärztin oder dem Hautarzt abgestimmt werden.
Vermutungen, CBD könne die Hauterneuerung bei Psoriasis positiv beeinflussen, beruhen bislang auf Laboruntersuchungen. Wer CBD-Produkte ausprobieren möchte, sollte auf geprüfte Produkte achten und neue Produkte zunächst an einer kleinen Hautstelle testen, da auch allergische Reaktionen möglich sind.
CBD in Hautpflegeprodukten
CBD findet sich heute in vielen Hautpflegeprodukten, von Gesichtscremes bis zu Seren. Hersteller bewerben sie oft als besonders geeignet für empfindliche oder problematische Haut. Unabhängige Belege für einen Vorteil gegenüber anderen Pflegeprodukten fehlen bislang.
Für Hautprobleme wie Akne oder Rosacea gibt es ebenfalls keine belastbaren Belege für eine Wirksamkeit von CBD. Rosacea ist eine chronische Hauterkrankung, die dermatologisch behandelt werden sollte. Ein besseres Feuchtigkeitsniveau der Haut lässt sich auch mit herkömmlichen Pflegeprodukten erreichen.
Zur Wirkung von CBD in Hautpflegeprodukten ist noch viel Forschung nötig. Erfahrungsberichte können subjektive Eindrücke wiedergeben, sie bestätigen aber keine Wirksamkeit. Wer CBD-Kosmetik verwenden möchte, sollte auf Qualität und transparente Angaben achten.
Sicherheit und mögliche Nebenwirkungen von CBD
CBD-haltige Hautpflegeprodukte werden von vielen Menschen vertragen. Möglich sind jedoch Hautreaktionen wie Trockenheit, Brennen oder Rötungen an der Anwendungsstelle sowie allergische Reaktionen.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Qualität des verwendeten CBD-Produkts eine entscheidende Rolle spielt. Produkte minderer Qualität können unerwünschte Substanzen enthalten, die allergische Reaktionen auslösen könnten. Deshalb sollte man auf Zertifizierungen und Labortests achten, um sicherzustellen, dass das Produkt rein und frei von schädlichen Stoffen ist.
Schwangere und Stillende sollten vor der Anwendung von CBD-Produkten ärztlichen Rat einholen, da Daten zur Sicherheit in diesen Lebensphasen fehlen. Auch Menschen mit empfindlicher Haut oder bestehenden Hauterkrankungen sollten die Anwendung mit einer Hautärztin oder einem Hautarzt besprechen.
Erfahrungsberichte richtig einordnen
Im Internet finden sich viele positive Erfahrungsberichte zu CBD-Cremes. Solche Berichte sind subjektiv, oft nicht überprüfbar und können durch den Placebo-Effekt oder den natürlichen Verlauf von Hauterkrankungen beeinflusst sein.
Kaufempfehlungen für CBD-Produkte
Beim Kauf von CBD-Produkten sollte man auf Qualität und Reinheit achten. Unabhängige Laboranalysen zeigen, ob das Produkt die angegebene Menge CBD enthält und frei von Schadstoffen ist. Ein höherer CBD-Gehalt bedeutet nicht automatisch eine bessere Wirkung.
Eine sorgfältige Recherche hilft, vertrauenswürdige Anbieter zu finden. Bio-Zertifizierungen geben Auskunft über Anbau- und Produktionsmethoden. Kundenbewertungen können Hinweise auf Verträglichkeit geben, sind aber kein Nachweis einer Wirkung.
Achten Sie außerdem auf weitere Inhaltsstoffe: Auch natürliche Zusätze wie Kamille oder ätherische Öle können Allergien auslösen. Testen Sie neue Produkte zunächst an einer kleinen Hautstelle.
Hochwertige Produkte haben ihren Preis; ein hoher Preis ist jedoch keine Garantie für Qualität oder Wirkung. Kleinere Packungsgrößen ermöglichen es, die Verträglichkeit zunächst zu testen.
Einordnung: Was nach aktuellem Kenntnisstand gilt
Gut belegt ist die Wirkung von CBD bislang vor allem für ein hochgereinigtes Arzneimittel (Epidyolex), das in der EU zur Behandlung von Krampfanfällen bei bestimmten seltenen Epilepsieformen – Lennox-Gastaut-Syndrom, Dravet-Syndrom und tuberöse Sklerose – zugelassen ist und ärztlich verordnet wird. Für andere Anwendungen, etwa bei Schmerzen, Angst, Schlafproblemen oder Hauterkrankungen, gibt es teilweise Hinweise aus Studien, aber nach aktuellem Stand keine ausreichenden Belege für eine Wirksamkeit frei verkäuflicher CBD-Produkte. Ergebnisse aus Labor- oder Tierversuchen lassen sich nicht ohne Weiteres auf den Menschen übertragen.
CBD kann Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Durchfall oder Appetitveränderungen haben; in Studien mit höheren Dosen wurden auch erhöhte Leberwerte beobachtet. Zudem kann CBD die Wirkung anderer Medikamente beeinflussen. CBD-haltige Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel gelten in der EU als neuartige Lebensmittel (Novel Food), für die bislang keine Zulassung vorliegt. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nennt einen vorläufigen sicheren Wert von etwa 2 mg CBD pro Tag für Erwachsene; für Menschen unter 25 Jahren, Schwangere, Stillende und Personen, die Medikamente einnehmen, konnte die Sicherheit nicht festgestellt werden.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Ob CBD im Einzelfall sinnvoll sein kann, sollte mit einer Ärztin, einem Arzt oder in der Apotheke besprochen werden – insbesondere bei Vorerkrankungen oder wenn Sie Medikamente einnehmen.
