Bandscheibenvorfall: Übungen, die die Behandlung unterstützen können

Ein Bandscheibenvorfall ist eine häufige Ursache von Rücken- und ausstrahlenden Beinschmerzen. Bei vielen Betroffenen bessern sich die Beschwerden im Laufe einiger Wochen. Bewegung und gezielte Übungen werden in medizinischen Leitlinien als Teil der Behandlung empfohlen. In diesem Artikel stellen wir einige Übungen bei Bandscheibenvorfall vor, die häufig in der Physiotherapie eingesetzt werden. Sie ersetzen keine ärztliche Untersuchung und sollten an die individuelle Situation angepasst werden.

Die Bedeutung von Übungen bei Bandscheibenvorfall

Ziel der Übungen ist es, in Bewegung zu bleiben und die Rücken- und Bauchmuskulatur zu kräftigen. Eine gut trainierte Rumpfmuskulatur kann die Wirbelsäule stabilisieren. Studien weisen darauf hin, dass aktive Bewegung im Verlauf zu weniger Schmerzen und besserer Beweglichkeit beitragen kann. Wie gut Übungen helfen, ist jedoch individuell verschieden. Wichtig ist, sie korrekt und regelmäßig durchzuführen.

Beispiele für Übungen

Die folgenden Übungen werden häufig empfohlen. Welche für Sie geeignet sind, sollte möglichst mit Ärztin, Arzt oder Physiotherapie abgestimmt werden.

  • Die Brücke
    Die Übung „Die Brücke“ kräftigt die Muskulatur des unteren Rückens, des Gesäßes und der Hüften. Legen Sie sich auf den Rücken, beugen Sie die Knie und stellen Sie die Füße flach auf den Boden. Heben Sie dann das Becken langsam vom Boden, bis Oberkörper und Oberschenkel eine Linie bilden. Halten Sie die Position einige Sekunden und senken Sie das Becken wieder ab.
  • Knie zur Brust
    Diese Übung dehnt die Muskulatur des unteren Rückens. Legen Sie sich auf den Rücken und ziehen Sie ein Knie sanft zur Brust. Halten Sie die Position einige Sekunden und wechseln Sie dann das Bein.
  • Vierfüßlerstand
    Gehen Sie in den Vierfüßlerstand, Hände unter den Schultern, Knie unter den Hüften. Spannen Sie die Bauchmuskulatur leicht an und halten Sie den Rücken gerade. Halten Sie die Position einige Sekunden. Fortgeschrittene können zusätzlich abwechselnd einen Arm und das gegenüberliegende Bein strecken.

Vorsichtsmaßnahmen

Hören Sie bei den Übungen auf Ihren Körper und brechen Sie ab, wenn die Schmerzen deutlich zunehmen. Es ist ratsam, die Übungen zunächst unter physiotherapeutischer Anleitung zu erlernen. Suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe auf, wenn Lähmungserscheinungen, Taubheitsgefühle im Genital- oder Gesäßbereich oder Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang auftreten – dies kann ein Notfall sein. Regelmäßige Übungen können eine sinnvolle Ergänzung der Behandlung sein. Welche Therapie im Einzelfall geeignet ist, hängt vom Befund und den Beschwerden ab.

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