Massagen gehören zu den ältesten bekannten Anwendungen zur Körperpflege und Entspannung. Viele Menschen nutzen sie, um Verspannungen zu lösen, Stress abzubauen oder sich nach dem Sport zu erholen. Dabei unterscheiden sich die einzelnen Massagearten stark – sowohl in der Technik als auch darin, was über ihre Wirkung bekannt ist.
Was man von einer Massage erwarten kann
Studien weisen darauf hin, dass Massagen kurzfristig zur Entspannung beitragen und bei bestimmten Beschwerden, etwa unspezifischen Rückenschmerzen, die Schmerzwahrnehmung vorübergehend verringern können. Durch Druck und Bewegung wird die Durchblutung der behandelten Bereiche angeregt, und verspannte Muskeln können sich lockern. Viele Menschen empfinden Massagen zudem als wohltuend für das allgemeine Wohlbefinden. Wie ausgeprägt und wie lange diese Effekte anhalten, ist individuell verschieden. Für weitergehende Wirkungen auf innere Organe gibt es keine belastbaren Belege.
Vorsicht: Nicht alles, was unter dem Begriff Massage angeboten wird, hat einen nachgewiesenen gesundheitlichen Nutzen. Bei akuten Entzündungen, Fieber, Thrombosen, Hauterkrankungen im Behandlungsbereich oder bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollte vor einer Massage ärztlich geklärt werden, ob sie geeignet ist.
Die klassische (schwedische) Massage
Die klassische Massage kann als Heilmittel ärztlich verordnet werden und wird dann von staatlich geprüften Masseurinnen und Masseuren oder Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten durchgeführt. Zu den Griffarten gehören Streichungen, Knetungen, Reibungen, Klopfungen, Hackungen und Vibrationen. Die Behandlung erfolgt im Liegen oder Sitzen. Eingesetzt wird sie unter anderem bei Muskelverspannungen, Rückenbeschwerden, Verklebungen im Narbengewebe und zur Erholung nach sportlicher Belastung. Ob sie im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von der Ursache der Beschwerden ab.
Weitere Massagearten im Überblick
• Aromamassage
Hier wird die Massage mit duftenden Ölen kombiniert. Viele Menschen empfinden das als entspannend. Belastbare Belege für darüber hinausgehende gesundheitliche Wirkungen der Duftöle gibt es nicht. Ätherische Öle können Hautreizungen oder Allergien auslösen.
• Cellulite-Massage
Durch Massage wird die Durchblutung der Haut angeregt, wodurch sie vorübergehend straffer wirken kann. Eine dauerhafte Verringerung von Cellulite ist nicht belegt.
• Abhyanga (ayurvedische Ganzkörper-Ölmassage)
Die Ölmassage stammt aus dem Ayurveda und wird dort als Teil der Körperpflege angewendet. Viele Anwender empfinden sie als entspannend und hautpflegend. Aussagen etwa zu Entgiftung oder Verjüngung sind wissenschaftlich nicht belegt.
• Reiki
Reiki ist keine Massage im engeren Sinn, sondern eine Methode, bei der durch Handauflegen „Energie“ übertragen werden soll. Für die Existenz dieser Energie und eine spezifische Wirkung über Entspannung hinaus gibt es keine wissenschaftlichen Belege.
• Thaimassage
Die Thaimassage kombiniert Druck auf bestimmte Punkte mit passiven Dehnungen und kommt ohne Massageöl aus. Sie kann die Beweglichkeit und das Körpergefühl ansprechen. Wegen der teils kräftigen Dehnungen ist sie nicht für alle Menschen geeignet.
• Nabhi (ayurvedische Bauchmassage)
Bei dieser Massage wird der Bauchraum mit sanften Ausstreichungen behandelt. Manche Menschen empfinden sie bei Verdauungsbeschwerden oder Anspannung als angenehm. Anhaltende Beschwerden sollten ärztlich abgeklärt werden.
• Fußreflexzonenmassage
Nach der Vorstellung der Reflexzonentherapie sollen bestimmte Zonen am Fuß mit inneren Organen in Verbindung stehen. Diese Verbindungen sind anatomisch nicht nachweisbar, und eine Wirkung auf Organe ist nicht belegt. Als entspannende Fußmassage kann sie dennoch angenehm sein.
• Shiatsu
Shiatsu ist eine japanische Technik, bei der mit Fingern, Händen, Ellenbogen oder Füßen Druck auf bestimmte Punkte ausgeübt wird. Sie beruht auf der Vorstellung von Energiebahnen im Körper, die wissenschaftlich nicht nachgewiesen sind. Eine Sitzung dauert meist etwa 30 Minuten.
Massagen in der Schwangerschaft
Sanfte Massagen werden von vielen Schwangeren als entspannend erlebt, etwa bei Rückenverspannungen. Auch Paare können sich gegenseitig massieren; wichtig ist, dass die Schwangere mitteilt, was ihr angenehm ist und welche Bereiche ausgespart werden sollen. Professionelle Schwangerschaftsmassagen sollten von dafür geschulten Fachkräften durchgeführt werden. Bei Risikoschwangerschaften oder Beschwerden empfiehlt sich vorher eine Rücksprache mit Frauenärztin, Frauenarzt oder Hebamme.
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