Morbus Bechterew

Definition

Morbus Bechterew wird medizinisch auch Spondylitis ankylosans genannt, dieser Name gibt auch das wesentliche Zeichen der Krankheit an: versteifende Wirbelentzündung. Mb Bechterew gehört zu den chronisch entzündlichen, rheumatischen Erkrankungen, die Entzündungen können sich dabei auch auf die Regenbogenhaut des Auges ausdehnen. Die Erkrankung zeigt sich in den meisten Fällen erstmals im frühen Erwachsenenalter, etwa zwischen 20-25 Jahren, allerdings meist mit noch reichlich untypischen Beschwerden. Nahm man früher an, dass Bechterew in der Hauptsache bei Männern auftritt, so weiß man heute, dass die Erkrankung beide Geschlechter im gleichen Ausmaß betrifft, bei Frauen ist der Verlauf nur milder und es kommt zu keinen so ausgeprägten Verknöcherungen wie bei Männern.

Ursachen

Die Ursachen sind derzeit noch nicht vollständig geklärt, im wesentlichen scheint es sich jedoch um eine Störung des Immunsystems, im Bereich der Tumornekrosefaktoren zu handeln, allerdings gibt es parallel dazu auch andere Erklärungsansätze, die durchaus ebenso überzeugend sind. Sicher angenommen werden kann in jedem Fall dass die genetischen Voraussetzungen zumindestens eine wichtige Mitursache beim Auftreten von Mb Bechterew sind, bestimmte Genvarianten gelten heute praktisch als sichere Hinweise, dass ein sehr hohes Risiko für die Erkrankung besteht.

Symptome

Grunderkrankung ist eine Entzündung der Sehnenansätze der Wirbelsäule, bei der es auch zu Schäden am Knochenmark kommt, und teilweise zur Bildung von Ödemen. Das Ileo-Sakral-Gelenk zwischen Kreuz- und Darmbein ist fast immer als erstes betroffen. Durch Verknöcherung des Gelenks aufgrund der Schädigung versteift das Gelenk. Entlang der Wirbel bilden sich so genannte Knochenspangen, die benachbarte Wirbel überbrücken, in späterer Folge kommt es zur Abnutzung der Wirbelkörper und zur Zerstörung der Übergänge zwischen Bandscheiben und Wirbelkörpern, wodurch die Wirbelsäule dann ebenfalls versteift. Im Normalfall treten nur persistierende (anhaltende) Rückenschmerzen, vor allem in der Lendenregion auf, die vor allem anfangs morgendliche Steifheit nimmt im Lauf der Zeit zu, auch die Schmerzen werden intensiver. Ausserdem kann sich die mittlere Augenhaut entzünden (Uveitis), meist ist die Entzündung nur einseitig zu beobachten, und führt in der Folge zu grauem und grünem Star. Darüberhinaus findet sich eine erhöhte Erkrankungsbereitschaft für Colitis ulcerosa oder Mb Crohn.

Diagnose

Sehr wichtig ist bei Mb Bechterew die Früherkennung, damit bleibende Verformungen der Wirbelsäule vermieden werden können, in der Regel ist das aber in unseren Breiten meist der Fall.
Röntgen ist ein sehr wichtiges Diagnosemittel, NMR ermöglicht jedoch eine sehr viel frühere Erkennung.

Prognose und Krankheitsverlauf

Seit Einführung der Antibiotika ist die Behandlung der Tuberkulose möglich, allerdings ist die Gefahr einer Resistenzentwicklung oder nicht ausreichend langer Behandlungsdauer immer gegeben, da sich die Mycobakterien nur sehr langsam teilen.

Therapie

Regelmäßige Bewegung und Krankengymnastik sind tragende Säulen der Therapie, wenn auch, gerade beim Fortschreiten der Erkrankung, durchaus schmerzhaft. Medikamentöse Therapiemöglichkeiten werden gerade erforscht, vor allem im Bereich der Tumornekrosefaktoren und ihrer Wirkung auf die Symptomatik von Mb Bechterew. Seit einigen Jahren sind TNF-alpha-Blocker bereits im klinischen Einsatz. Daneben kommen hauptsächlich Antirheumatika zum Einsatz, um die Schmerzen zu lindern und das Entzündungsgeschehen positiv zu beeinflussen. Ist die Wirbelsäule stark versteift und nach vorn verkrümmt, kann sie gebrochen und mit Metallplatten in einer aufrechteren Stellung fixiert werden.
Ergänzend zu den Therapien werden seit langem schon häufig Radonbäder verordnet, da sie sich positiv auf das Entzündungsgeschehen auswirken und schmerzstillend sind.

Vorbeugung

Eine Vorbeugung ist nicht möglich.