Vor- und Nachteile der Körperbehaarung

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In Kulturen wie zum Beispiel Amerika ist es üblich das die Bein-, Scham-, und Achselbehaarung entfernt wird. Es ist unkorrekt seine Achselhaare zu zeigen. Das Gleiche gilt in Spanien für die Beinbehaarung. Der gesamte menschliche Körper ist bis zum Einsetzten der Pubertät mit dem Vellushaar bedeckt, dies ist ein nahezu unscheinbarer Flaum. Die vermehrte Ausschüttung von Androgenen (Sexualhormonen) während und nach der Pubertät, sorgt dafür dass das Vellushaar geschlechtsspezifisch in sogenanntes Terminalhaar umgewandelt wird. Das entstandene Terminalhaar ist markhaltig und individuell pigmentiert. Der Grad der jeweiligen Körperbehaarung ist neben dem Geschlecht von der genetischen Disposition, vom hormonellen Status und vom Lebensalter abhängig. Die Anzahl der Haarwachstumszellen ist genetisch vorbestimmt. Ein weit verbreiteter Irrtum ist jedoch das Männer weit mehr Haarwachstumszellen hätten als das weibliche Geschlecht. Allein der Anteil an Androgenen, bestimmt die Menge und Dichte des Haarwuchses. In manchen Ländern sind auch Frauen sehr stark behaart. Hier ist es nicht ungewöhnlich, dass hormonell gesunde Frauen einen für mitteleuropäische Verhältnisse männlichen Behaarungstyp aufweisen. Die Körperbehaarung des Menschen ist mit der Zeit zu einem Rudiment (verkümmertes, teilweise oder gänzlich funktionslos gewordenes Organ) geworden und erfüllt in weiter Hinsicht keine wichtigen Funktionen mehr. An einigen schweißdrüsenreichen Stellen des menschlichen Körpers, wie zum Beispiel den Achseln, trägt die Körperbehaarung jedoch zu der Temperaturreglung des Körpers bei. Durch die Behaarung wird die Oberfläche vergrößert und der Schweiß kann folglich besser und schneller abgegeben werden.

Andere Körperstellen, wie zum Beispiel der Schambereich, werden durch die Körperbehaarung zusätzlich geschützt. Besonders im Perlanal- und Perlgenitalbereich dient die Körperbehaarung auch der Herabsetzung von Reibung. Durch die Entfernung der Körperbehaarung im Intimbereich, den Achseln und zwischen den Gesäßbacken kann es bei körperlicher Betätigung (z.B. Fußmärschen) unter Umständen zu Hautreizungen kommen, da das Scham- bzw. Achselhaar verhindert, dass Haut auf Haut reibt (Friktionsschutz). Des Weiteren vergrößert die Körperbehaarung nicht nur die effektive Oberfläche des Körpers, sie verstärkt außerdem seine Sensibilität. Es gibt manche Körperstellen, die durch Streicheleinheiten erotisch gereizt werden – man spricht von erogenen Zonen der Haut. Berührt man nun die Haare, wird dieser so genannte taktile Reiz wegen der vergrößerten Oberfläche um ein Vielfaches verstärkt. Die Haare leiten die Berührung an die Haut weiter, wo es zu einem Verstärkereffekt kommt.
Als Krankheit wird jedoch die Hypertrichose gewertet. Symptome für die Krankheit sind ein vermehrtes beziehungsweise unnatürliches Wachstum der Körperbehaarung.

Diese Erkrankung trifft man sowohl bei Frauen, als auch bei Männern in allen Lebensaltern an. Eine andere Form der vermehrten Körperbehaarung, welche ausschließlich Frauen betrifft, nennt sich Hirsutismus. Die Erkrankung äußert sich in der Entwicklung eines männlichen, für Frauen untypischen Behaarungstyps. Auslöser für den Hirsutismus ist in der Regel eine vermehrte Ausschüttung männlicher Geschlechtshormone. Der wesentliche Nachteil der Körperbehaarung ist in weiterer Hinsicht nur der kulturelle Aspekt. Hier scheiden sich die Meinungen, wobei die Tendenz stark in Richtung der Ganzkörperrasur neigt. Eine Studie des Rasierklingenherstellers Wilkinson gibt Preis, dass sich 60 Prozent der Frauen zwischen 20 und 29 Jahren den Genitalbereich rasieren, in Großstädten sind es sogar 81 Prozent. Zwar rasierten sich die westeuropäischen Frauen schon in den fünfziger Jahren Achseln und Beine und benutzten Schweißblätter in der Kleidung, aber diese Form der Körperpflege war mit der weiblichen Emanzipationsbewegung zunehmend verpönt. In den sechziger und siebziger Jahren schließlich, wurde üppig sprießendes Körperhaar zum politischen Statement der sexuell befreiten Frau. Erst später, mit zunehmender Amerikanisierung, galten buschige Achselhaare als ästhetischer Affront und wurden fortan abrasiert. Die Schamhaare waren von dieser Rasierwelle zunächst aber nicht betroffen. Die Intimrasur stand abseits in der Schmuddelecke und war höchstens was für Pornodarsteller, Prostituierte oder Schwule.

Zur Enthaarung gibt es mehrere Möglichkeiten. Die Epilation, sprich die Entfernung der Haare mitsamt Haarwurzel und die Depilation, die Entfernung des nur sichtbaren Teiles der Behaarung. Unter Epilation versteht man Verfahren zur Entfernung von Körperhaaren, wobei das Haar mitsamt den Haarwurzeln entfernt wird. Im Unterschied zur Epilation bezeichnet Depilation die Entfernung nur des sichtbaren Teils der Haare, meist durch Rasur oder chemische Mittel (Enthaarungscreme).Die Epilation gliedert sich in dauerhafte Verfahren, bei denen die Haarwurzel zerstört wird, und in nicht-dauerhafte Verfahren, bei denen das Haar nur ausgerissen wird, ohne die Haarwurzel zu zerstören, und nach einiger Zeit – allerdings erst nach einer längeren Zeitspanne als bei der Depilation – wieder nachwächst. Je nach kulturellem Umfeld gilt die Depilation oder Epilation bestimmter Körperteile oder -bereiche als Teil der normalen Körperpflege. Die mit optischen Mitteln arbeitenden Laser- und IPL-Lichtverfahren zeichnen sich, in Relation zu den anderen hier genannten Verfahren, durch geringe Schmerzhaftigkeit sowie eine zügige Durchführbarkeit aus. Die Methode hat jedoch eine entscheidende Beschränkung: sie funktioniert nur bei dunklen Haaren und vergleichsweise heller Haut. Für Achsel- oder Schamhaare lässt sie sich problemlos anwenden, bei heller pigmentierten Menschen scheitert sie jedoch bei anderen Körperhaaren. Auch sonnengebräunte oder dunkelhäutige Personen sind von der Behandlung ausgeschlossen. Diese Einschränkung macht die Nadel – beziehungsweise Elektroepilation nicht, sie ist dafür jedoch langwieriger und schmerzhafter. Die Preise liegen bei beiden Verfahren etwa gleichauf.