CBD im Sport: Regeneration, Schmerzen und Dopingregeln

CBD (Cannabidiol) wird von manchen Sportlerinnen und Sportlern zur Regeneration oder bei Muskelbeschwerden verwendet. Dieser Artikel ordnet ein, was über CBD im Sport bekannt ist, welche Wechselwirkungen zu beachten sind und was im Hinblick auf Dopingregeln gilt.

CBD und Muskelentspannung: Was bekannt ist

CBD wird häufig zur Muskelentspannung beworben. Belastbare Studien, die eine Wirkung von CBD auf Muskelverspannungen oder die muskuläre Erholung bei Sportlern belegen, liegen bislang nicht vor. Auch ob CBD den Schlaf und damit indirekt die Regeneration verbessert, ist nicht eindeutig geklärt.

Manche Sportler berichten, dass sie sich mit CBD schneller erholt fühlen. Solche Erfahrungsberichte sind jedoch kein Wirksamkeitsnachweis. Bewährte Faktoren für die Regeneration sind ausreichend Schlaf, eine angepasste Ernährung, Pausen und eine sinnvolle Trainingsplanung.

CBD bei Sportverletzungen

In Labor- und Tierstudien wurden schmerz- und entzündungsbezogene Effekte von CBD beobachtet. Ob CBD beim Menschen akute Schmerzen nach Sportverletzungen lindert, ist nicht ausreichend untersucht.

Bei Zerrungen, Verstauchungen oder Prellungen ist es wichtig, die Verletzung richtig einzuschätzen und bei Bedarf ärztlich abklären zu lassen. Eine Unterstützung der Heilung durch CBD ist nicht belegt. Auch CBD kann Nebenwirkungen haben und mit anderen Medikamenten wechselwirken.

Neben Ölen und Kapseln gibt es Salben und Cremes mit CBD. Wie viel CBD dabei durch die Haut in tiefere Gewebeschichten gelangt, ist wenig untersucht. Ein kühlender oder wärmender Effekt solcher Produkte beruht häufig auf weiteren Inhaltsstoffen.

Entzündungen nach intensiver Belastung

Intensive Belastung führt zu kleinen Schäden in der Muskulatur, die mit Entzündungsprozessen einhergehen – diese sind ein normaler Teil der Anpassung an das Training. Entzündungshemmende Effekte von CBD wurden bisher vor allem im Labor beobachtet.

Dass CBD Mikroverletzungen in der Muskulatur schneller heilen lässt oder die Leistungsfähigkeit steigert, ist nicht belegt.

CBD ist in verschiedenen Formen wie Ölen, Kapseln oder Cremes erhältlich. Die Darreichungsform sagt nichts über eine Wirksamkeit aus.

Anwendungsmöglichkeiten für Athleten

Manche Sportler nehmen CBD-Öl oder -Kapseln ein. Wer das in Erwägung zieht, sollte die Anwendung mit ärztlichem oder sportmedizinischem Rat abstimmen und die Hinweise zur Sicherheit und zu Dopingregeln beachten.

Topische Produkte wie CBD-Cremes werden auf schmerzende Stellen aufgetragen. Für eine gezielte schmerzlindernde Wirkung gibt es bislang keine belastbaren Belege.

Es gibt außerdem Lebensmittel und Getränke mit CBD, etwa Proteinriegel oder Drinks. In der EU gelten CBD-haltige Lebensmittel als nicht zugelassene neuartige Lebensmittel (Novel Food). Zudem ist bei solchen Produkten der genaue CBD- und THC-Gehalt oft schwer nachvollziehbar.

Wechselwirkungen mit anderen Schmerzmitteln

CBD kann den Abbau anderer Medikamente in der Leber beeinflussen. Wer regelmäßig Schmerzmittel oder andere Medikamente einnimmt, sollte deshalb mögliche Wechselwirkungen ärztlich oder in der Apotheke klären lassen.

Wenn sich Wirkungen von Medikamenten verstärken oder abschwächen, kann das zu unerwünschten Effekten führen. Berichtet werden zum Beispiel vermehrte Müdigkeit oder Magen-Darm-Beschwerden. Die Kombination von CBD mit anderen Arzneimitteln sollte daher immer mit einer Ärztin oder einem Arzt besprochen werden.

Für die Kombination von CBD mit herkömmlichen Schmerzmitteln gibt es keine belegten Vorteile. Im Vordergrund sollte stehen, die Gesundheit nicht zu gefährden.

 

Rechtslage und Doping-Kontrollen im Sport

Bevor Sportler CBD verwenden, sollten sie sich mit der Rechtslage vertraut machen. CBD-Produkte dürfen in Deutschland nur einen sehr geringen THC-Gehalt aufweisen; CBD-haltige Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel sind zudem in der EU nicht als neuartige Lebensmittel zugelassen.

Für den Leistungssport sind Dopingregeln besonders wichtig. CBD selbst steht nicht auf der Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), wohl aber THC und andere Cannabinoide im Wettkampf. Da CBD-Produkte Spuren von THC oder anderen Cannabinoiden enthalten können, besteht ein Risiko positiver Dopingtests.

Die WADA hat CBD 2018 von der Verbotsliste gestrichen. Athletinnen und Athleten tragen jedoch selbst die Verantwortung für alle Substanzen in ihrem Körper. Die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) rät daher zur Vorsicht bei CBD-Produkten. Informationen über die aktuellen Regeln sollten regelmäßig geprüft werden.

Dosierung

Für Sportler gibt es keine wissenschaftlich begründete Dosierungsempfehlung für CBD. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nennt für CBD in Lebensmitteln einen vorläufigen sicheren Wert von etwa 2 mg pro Tag für Erwachsene. Für Menschen unter 25 Jahren und Personen, die Medikamente einnehmen, konnte die Sicherheit nicht festgestellt werden.

Eine eigenständige Steigerung der Dosis bis zur gewünschten Wirkung wird nicht empfohlen, da mit höheren Dosen das Risiko für Nebenwirkungen und Wechselwirkungen steigt.

Wer CBD verwenden möchte, sollte dies mit sportmedizinischem oder ärztlichem Rat abstimmen.

Wichtig ist außerdem die Qualität des Produkts: Unabhängige Laboranalysen geben Auskunft über den tatsächlichen CBD- und THC-Gehalt sowie mögliche Verunreinigungen.

Einordnung: Was nach aktuellem Kenntnisstand gilt

Gut belegt ist die Wirkung von CBD bislang vor allem für ein hochgereinigtes Arzneimittel (Epidyolex), das in der EU zur Behandlung von Krampfanfällen bei bestimmten seltenen Epilepsieformen – Lennox-Gastaut-Syndrom, Dravet-Syndrom und tuberöse Sklerose – zugelassen ist und ärztlich verordnet wird. Für andere Anwendungen, etwa bei Schmerzen, Angst, Schlafproblemen oder Hauterkrankungen, gibt es teilweise Hinweise aus Studien, aber nach aktuellem Stand keine ausreichenden Belege für eine Wirksamkeit frei verkäuflicher CBD-Produkte. Ergebnisse aus Labor- oder Tierversuchen lassen sich nicht ohne Weiteres auf den Menschen übertragen.
CBD kann Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Durchfall oder Appetitveränderungen haben; in Studien mit höheren Dosen wurden auch erhöhte Leberwerte beobachtet. Zudem kann CBD die Wirkung anderer Medikamente beeinflussen. CBD-haltige Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel gelten in der EU als neuartige Lebensmittel (Novel Food), für die bislang keine Zulassung vorliegt. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nennt einen vorläufigen sicheren Wert von etwa 2 mg CBD pro Tag für Erwachsene; für Menschen unter 25 Jahren, Schwangere, Stillende und Personen, die Medikamente einnehmen, konnte die Sicherheit nicht festgestellt werden.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Ob CBD im Einzelfall sinnvoll sein kann, sollte mit einer Ärztin, einem Arzt oder in der Apotheke besprochen werden – insbesondere bei Vorerkrankungen oder wenn Sie Medikamente einnehmen.

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