Magengeschwür, Ulcus ventriculi

Definition

In der westlichen Welt gilt das Magengeschwür, das Ulcus ventriculi als typisches Zeichen für Stress und psychische Belastungen oder Überforderung, das stimmt so allerdings nur bedingt. Der Zusammenhang, den der Volksmund in diesem Fall herstellt, gilt eher dem Diagnoseschema der traditionellen chinesischen Medizin, wo der Magen-Milz-Funktionskreis mit seinen Leitbahnen für die „Klärung“ zuständig ist, und – wie die chinesische Medizin das formuliert – „klares von trübem scheidet“, das gilt auch im übertragenen Sinn für alles, was wir im Leben erfahren oder wahrnehmen. Die aus einer mangenlden Klärung (wenn einem etwas „im Magen liegenbleibt) folgenden Symptome sind laut der TCM dabei dann eher Erkrankungen wie Schlaganfälle, Schwindel, Lähmungen, gedrückte Stimmung, etc. und entsprechen damit den auch in der Schulmedizin etikettierten „Stressfolgeerkrankungen“.

Ursachen

Die Hauptursache eines Magengeschwürs liegt immer darin, dass der Säureschutz der Magenschleimhaut nicht ausreichend ist, um der Magensäure widerstehen zu können. In etwa drei Viertel der Fälle ist die Magenschleimhaut dabei schon durch eine bakterielle Infektion mit Heliobacter pylori bereits vorgeschädigt. Die Entzündung der Magenschleimhaut, die einem Geschwür immer vorausgeht, wird auch Gastritis genannt. Bestimmte Medikamente, Nikotin und Alkohol können auch die Magenschleimhaut soweit vorschädigen, dass sie die Magensäure nicht mehr puffern kann. Stress hat zumindest keine wissenschaftlich ermittelbare Wirkung auf die Widerstandsfähigkeit der Magenschleimhaut.

Symptome von Magengeschwür

Die Symptome ähneln anfangs denen einer Gastritis. Magendrücken und Brennen treten häufig nach den Mahlzeiten auf, da zu diesen Zeiten die meiste Magensäure produziert wird. Unterbauchkrämpfe und in manchen Fällen auch anhaltende Rückenschmerzen, die sich mit anderen Methoden nicht bessern lassen, können ebenfalls auf ein Magengeschwür hindeuten. Im Falle eines auch nur teilweisen Magendurchbruchs kann es auch zu Bluterbrechen und Magenkrämpfen kommen.

Magengeschwür Diagnose

Das hauptsächliche Instrument der Diagnose ist die Magenspiegelung (Gastroskopie). Hier wird über die Speiseröhre eine Sonde in den Magen eingeführt und die Magenschleimhaut kann von innen her auf Schädigungen untersucht werden. Die dabei entnommenen Gewebeproben über eine kleine Zange an der Sonde werden danach auf eine Infektion mit Heliobacter hin untersucht, ausserdem wird dabei meist auch eine Krebserkrankung durch histologische Befundung ausgeschlossen.

Prognose und Krankheitsverlauf

Gutartige (benigne) Magengeschwüre sind medikamentös heute gut heilbar, vor allem wenn gleichzeitig auch auf die Ernährung geachtet wird, die daraufhin ausgerichtet wird, die Magensäureproduktion eher gering zu halten, um ein gutes Abheilen des Geschwürs zu begünstigen. Bei bösartigen (malignen) Geschwüren, also Magenkrebs ist die Prognose, auch bei Früherkennung jedoch meist eher schlecht.

Therapie Magengeschwür

Eine Antibiose ist nötig, um Heliobacter pylori abzutöten, hierbei werden bestimmte Antibiotika in Kombination eingesetzt. Um die Abheilung des Geschwürs zu begünstigen, werden so genannte PPI’s (Protonenpumpenhemmer) eingesetzt, die die Produktion von Magensäure verhindern. Gleichzeitig wird die Magenschleimhaut in ihrer Regeneration unterstützt. Begleitend werden auch diätetische Massnahmen eingesetzt, um zu verhindern, dass die Magensäureproduktion zu stark angeregt wird.
Nur bei Komplikationen werden heute noch Teile der Magenschleimhaut (Teilresektion) entfernt.

Vorbeugung von Magengeschwür

Gesunde vollwertige Ernährung mit viel Rohkost, ausreichend Schlaf und Vermeidung von Konserven, extrem fettigem, salzigen oder scharfen Speisen sowie Nikotin und Alkohol im Übermass. Bei Einnahme von Medikamenten, die die Magenschleimhaut angreifen, darauf achten, dass zusätzlich ein „Magenschutz“ eingenommen wird.