Haarausfall in gewissem Umfang ist normal: Jedes Haar durchläuft einen natürlichen Zyklus und fällt irgendwann aus. Als normal gelten etwa bis zu 100 Haare pro Tag. Viele Männer sind im Laufe ihres Lebens von erblich bedingtem Haarausfall (androgenetische Alopezie) betroffen. Bei Männern beginnt er häufig mit Geheimratsecken, bei Frauen lichtet sich eher das Haar im Scheitelbereich. Viele Betroffene greifen zu speziellen Shampoos und Sprays. Dieser Beitrag ordnet ein, was solche Produkte leisten können.
Zuerst die Ursache klären
Wer über längere Zeit vermehrt Haare verliert, sollte die Ursache ärztlich abklären lassen, zum Beispiel in einer dermatologischen Praxis. Mögliche Ursachen sind neben einer erblichen Veranlagung unter anderem Schilddrüsenerkrankungen, hormonelle Veränderungen, Medikamente, Infektionen, Stress oder ein Nährstoffmangel, etwa an Eisen. Auch sehr kalorienarme Diäten können vorübergehenden Haarausfall begünstigen. Eine Blutuntersuchung kann helfen, mögliche Mängel zu erkennen.
Liegt ein nachgewiesener Mangel vor, kann dessen Ausgleich über die Ernährung oder – nach ärztlicher Rücksprache – über Präparate sinnvoll sein. Ohne Mangel ist ein Nutzen zusätzlicher Vitamine oder Mineralstoffe für das Haarwachstum nicht belegt. Manche Vitamine, etwa Vitamin A, können in hoher Dosierung sogar Haarausfall begünstigen.
Was zur Wirkung von Haarshampoos und -sprays bekannt ist
Für die Behandlung des erblich bedingten Haarausfalls gibt es zugelassene Arzneimittel, deren Wirksamkeit in Studien untersucht wurde, zum Beispiel Minoxidil zur Anwendung auf der Kopfhaut. Ihre Wirkung ist individuell unterschiedlich und hält in der Regel nur an, solange sie angewendet werden. Eine ärztliche Beratung vor der Anwendung ist sinnvoll.
Kosmetische Shampoos und Sprays enthalten häufig Inhaltsstoffe wie Koffein, Biotin, Grüntee-Extrakt oder Hopfen. Für Koffein gibt es einige Labor- und kleinere Anwendungsstudien, deren Aussagekraft aber begrenzt ist. Für Biotin in Shampoos und für die übrigen genannten Stoffe fehlen belastbare Belege, dass sie Haarausfall aufhalten oder das Haarwachstum fördern. Shampoos haben zudem nur eine kurze Einwirkzeit auf der Kopfhaut.
Produkte von Dr. Balwi
Ein Beispiel für solche Produkte ist das Hair Loss Treatment Set, das von dem türkischen Arzt Dr. Balwi entwickelt wurde. Es kombiniert unter anderem Biotin, Koffein, Grüntee-Extrakt und Hopfen. Dr. Balwi ist im Bereich der Haartransplantation tätig. Wer solche Shampoos von Dr. Balwi ausprobieren möchte, sollte realistische Erwartungen haben und anhaltenden Haarausfall zusätzlich ärztlich abklären lassen. Shampoos und Sprays können die Haar- und Kopfhautpflege ergänzen. Eine nachgewiesene Wirkung gegen Haarausfall haben kosmetische Produkte jedoch in der Regel nicht. Entscheidend ist, die Ursache des Haarausfalls zu kennen. Welche Behandlung im Einzelfall infrage kommt, sollte in einer ärztlichen Beratung geklärt werden.
