Zu schüchtern den Arzt zu fragen?

Schüchternheit ist generell ein schweres Problem, da nicht nur Kontaktschwierigkeiten oder Probleme einen Partner zu finden damit verbunden sind, sondern auch berufliche Angelegenheiten können Schüchternheit erschweren, sowie auch gesundheitliche Probleme, nämlich dann, wenn man sich nicht traut zum Arzt zu gehen.

Mitunter bringt ein Arztbesuch, welcher aus Scham oder Schüchternheit nicht stattfindet, eine deutliche Verschlimmerung der Beschwerden.
Die Gründe für diese Schüchternheit können auf die jeweilige Erkrankungsursache zurückgeschoben werden, wenn z.B. jemand eine dicke Backe hat und eigentlich zum Zahnarzt müsste, aber sich nicht traut, weil die anderen Zähne vielleicht sehr schlecht sind.
Oder auch bei Männern besteht häufig diese Schüchternheit, wenn sie beispielsweise eine Untersuchung an den Geschlechtsteilen bräuchten, bei einer Pilzinfektion zum Beispiel oder anderweitigen Problemen dieser Region. Aus Schüchternheit werden solch teils wichtige Termine dann nicht wahrgenommen, aus Angst der Arzt könnte irgendwelche unerwünschten Kommentare gegenüber dem Patienten äußern, oder auch das Beisein einer Arzthelferin, welches zu einem weiteren Schamgefühl beitragen würde.

Manche Menschen nehmen gar kein Blatt vor dem Mund und haben tausend Fragen an die Ärzte, während andere nur das nötigste berichten oder erst gar nicht hingehen.
Alternativen werden gesucht wie z.B. das Internet oder es werden Medizin Foren aufgesucht, in denen man als Anonyme Person die eine oder andere Frage stellen kann.
Auch wenn die Fragen mitunter beantwortet werden, ersetzen sie keinen Arztbesuch und Ferndiagnosen sind manchmal noch verwirrender als eine richtige beim Arzt.

Generell sollte sich vor Augen gehalten werden, dass Ärzte auch einen Funken Psychologie während ihres Studiums erlernt haben und gegenüber den Patienten einfühlsam agieren können. Ein Arzt wird merken, wenn ein Mensch schüchtern ist und sich schämt, genauso wie er Verständnis hat für die eine oder andere Erkrankung, die einem vielleicht peinlich erscheint.
Für die Ärzte ist dies Routine und sie werden alltäglich mit den unterschiedlichsten Erkrankungen konfrontiert und behandeln diese.

Niemand muss sich wegen irgendeiner Erkrankung schämen, weder vor dem Arzt, noch vor den Arzthelferinnen, da diese dazu da sind um dem Menschen bei Beschwerden eine Verbesserung zu beschaffen.
Wer zu schüchtern ist einen Arzt aufzusuchen, sollte sich vorab einmal genaue Gedanken darüber machen, aus welchem Grund man schüchtern ist. Vielleicht das Arztgespräch einmal im Kopf durchspielen und sich dabei klar machen, dass von dieser Seite her Hilfe zugesteuert wird. Auch kann kein Arzt 100% helfen, wenn der Patient sich nicht ausgiebig über seine Beschwerden auslässt, sofern diese nicht bereits äußerlich erkenntlich sind.
Ebenfalls kann man einem Arzt auch mitteilen, dass man sich schämt oder sich dieses und jenes nicht zutraut. Der Arzt wird dafür Verständnis haben und dieses in seine Behandlung mit einbeziehen.

Wer sich beispielsweise im Beisein seines Partners oder eines Freundes sicherer fühlt bei einem Arztbesuch, der kann auch eine Begleitperson mit hinein nehmen.
Es macht wenig Sinn einen Arzttermin nicht wahrzunehmen, weil man zu schüchtern ist.
Tritt dieses Problem nur bei einem bestimmten Arzt auf, sollte man sich überlegen diesen Arzt zu wechseln. Manchmal bringt ein anderer Arzt schon so viel Vertrauen herüber, dass der Patient seine Schüchternheit vergisst.